VDI Sommerfest "Technik im Park"

Als die letzten Besucher des Münchner Verkehrszentrums am 26. Juli, wie jeden Wochentag gegen 17.00 Uhr, die Ausstellungsräume gerade verlassen, tönt ein unvergleichliches Pfeifen und Zischen durch Halle III – klappernde Zahnräder und Pressluftgeräusche zum Feierabend? Ganz recht. Denn mit der Vorführung der ersten gebrauchsfähigen Dampflok – der „Puffing Billy“ von 1814 – findet an diesem sommerlichen Juliabend eine ganz besondere Veranstaltung ihren Startschuss.

Treten Sie ein! Am Abend des 26. Juli kamen die gut 100 Besucher des VDI-Sommerfests in den Genuss einer Sondervorführung, Das Grußwort sprach die stellvertretende Vorsitzende des VDI Bezirksverein Christa Holzenkamp.

Eindrücklich, diese Aura der ersten Dampflok

100 Mitglieder und Freunde des VDI sind gekommen, um sich das Programm-Highlight des großen VDI-Sommerfests nicht entgehen zu lassen. Dass die Leiterin des Hauses Dr. Bettina Gundler ihren exklusiven Vortrag über Konzept und Geschichte des Verkehrsmuseums mit einem solchen Hör- und Seherlebnis beginnen würde, war nicht die einzige Überraschung an diesem Abend. Denn sie ist es höchst persönlich, die die Hebel bedient.

Puffing Billy, typisch für die frühesten Güterbahnen, musste bereits während der Frühindustrialisierung hohe Transportmengen bewältigen. Nach ihrer Konstruktion durch William Hedley 1814 war sie bis 1862 in einer Kohlegrube im Nordosten Englands im Einsatz. Und auch wenn es sich bei dem Münchner Ausstellungsstück um eine Nachbildung handelt, vermittelt das gewaltige Konstrukt einen lebhaften Eindruck des Originals.

Mit einem Schlag richtet sich alle Aufmerksamkeit auf Dr. Bettina Gundler, als sie den Abend mit einer Überraschungsvorführung von "Puffing Billy" eröffnet. Mit lautem Getöse tut sie nun schon seit über 100 Jahren ihren Dienst.

Es sei – so Gundlers überaus pointierter und unterhaltsamer Vortrag – mit diesem Ausstellungsstück möglich, die gesamte Mechanik nachzuvollziehen; eine Eigenschaft, die bei den meisten Folgeobjekten kaum mehr vorhanden ist, weil diese mechanisch wie Black Boxes konstruiert sind. Gundler schließt ihre beeindruckende Vorführung mit einer Frage, die im Zentrum des Museumskonzepts steht: Wie wird aus einer Erfindung eine Innovation? Und wie erlangt ein Prototyp Marktreife?

Erst die Technik, dann der Park

In großen Schritten führt sie durch entscheidende Stationen der Ausstellungsgeschichte, erläutert die Bedeutung der drei Hallen und gewährt an diesem Abend Einblicke in so manche Überraschung, die mit dem aufwendigen Umzug der Exponate aus dem Deutschen Museum vor 15 Jahren verbunden war. 30.000 Besucher waren damals gekommen, um den Umzug eines ganzen Museums live zu erleben – ein Vorhaben, bei dem nicht immer alles glatt ging. Ausgewähltes Filmmaterial sorgte für Staunen. Und auch ein Ausblick auf künftige Projekte und Exponate durfte nicht fehlen.

Mit einem überaus amüsanten Exkurs gewährte die Leiterin der Hauptabteilung Landverkehr und Verkehrszentrum Einblicke in das Konzept der Sammlung und die inzwischen 15 jährige Geschichte des Hauses.

Die angeregte Diskussion, die sich an den Vortrag anknüpfte, musste schließlich in den Biergarten gegenüber verlegt werden, wo man auf die Gäste bereits erwartete. So fand das VDI-Sommerfest bei guten Gesprächen und leckerem Essen in sommerlicher Atmosphäre einen inspirierenden Ausklang, bei dem neue Kontakte geknüpft und bestehende vertieft wurden.

Es gab viel zu besprechen. Bis elf Uhr saßen Mitglieder und Freunde des VDI beim gemütlichen Teil des Sommerabends noch zusammen.
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