Australien: Business, Barbeque, Beach – Was können wir voneinander lernen?

Dr. Hermine Hitzler hat sich in Australen – dem Traumziel für Weltenbummler – nicht nur unter dem Aspekt Urlaub in den letzten beiden Jahren intensiv umgesehen. Die promovierte Physikerin verlagerte mit ihrem Lebensmittelpunkt auch ihre unternehmerischen Aktivitäten nach Down Under und stellte ihre langjährige Erfahrung als Energieeffizienzberaterin einem gänzlich verschiedenen Wirtschafts- und Kulturkreis zur Verfügung.

In ihrem abwechslungsreichen und überaus kurzweiligen Vortrag für den VDI Arbeitskreis Frauen im Ingenieurberuf am 17. April an der Technischen Universität München fasste sie die eindrücklichsten Etappen, die markantesten Zäsuren und mitunter sehr amüsante Episoden zusammen.

Zwischen Kulturen und Kontinenten 

Ihr Kernaspekt lag darin, voneinander zulernen, und zwar auf ganz unterschiedlichen Ebenen: Lernen im Austausch zwischen unterschiedlichen Kulturen einerseits – dazu gibt es vor allem in Sydney mehr als genug Gelegenheiten durch eine multikulturelle Bevölkerung; um andererseits durch diese Erfahrungen des Neuen und Anderen die eigene Kultur zu reflektieren und den eigenen Standpunkt zu hinterfragen. Kurzum: sich beständig in einer im Wandel begriffenen Welt zu verorten.

Pointiert veranschaulichte Hitzler die Weiten des Kontinents mit ausgewählten Landkarten, Reiserouten und Bildern und vermittelte dem Auditorium durch gezielte Entfernungsvergleiche einen greifbaren Eindruck solch fundamentaler Erfahrungen.

Nachhaltigkeitsberatung Down Under 

So zum Beispiel von ihrer Rundreise Sydney-Melbourne-Adelaide-Sydney, einer Tour von 4000 km. Die Bilder von Stränden und Sehenswürdigkeiten abseits der üblichen Reiseführer-Aufnahmen zeigten ein sehr persönliche Sicht auf diesen vielfältigen Kontinent. Eindrucksvolle Bilder führten in die Kunstszene in Sydney ein –  ein ganz persönliches Hobby der Referentin.

Nachdenklich stimmte der Ansatz, wie Nachhaltigkeitsberatung in einem Land aussehen kann, das als wesentliche Infrastruktur Flughäfen zu bieten hat und einen Großteil des CO2-Ausstoßes im Bereich der Mobilität aufweist und das im Zeitalter erneuerbarer Energien auf die eigene Kohle setzt. Da gilt es, Konzepte und Denkweisen zu hinterfragen. Etablierte Standardlösungen aus Europa helfen Hitzler zufolge nicht weiter. Jedoch stellte sich die Unterstützung durch deutsche Organisationen wie die Außenhandelskammern als hilfreich und kompetent heraus.

Insgesamt ein informativer Abend, der deutlich machte, wieviel Flexibilität und welch langer Atem im interkulturellen Austausch gefragt sind, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht gar nicht danach aussieht. Hitzler ist gerne bereit, ihre Erfahrungen und Kontakte zu teilen.