VDI: Herr Trummer, Sie haben in Ihrer Rede zur Prämierung den Standort Deutschland erwähnt. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Julian Trummer: Wir haben hier in Deutschland von allen Seiten eine ungeheure Unterstützung erfahren. Es ist fast unmöglich, die entscheidenden Stationen hier in Gänze aufzulisten.

Allein die Technologiedichte ist enorm. Wenn wir beispielsweise Sensoren brauchten oder auch Zulieferer, haben wir die jeweilige Firma einfach angeschrieben und zwei Tage später kam jemand vorbei, der einem alles gezeigt und detailliert vorgestellt hat. Und dann hatten diese Menschen auch noch eine sehr gute Ahnung von dem, was sie da gerade verkauft haben.

Dadurch sind wir viel schneller mit unserer Entwicklung vorangekommen. Auch als wir Angebote hatten, für die Produktion unserer Idee ins Ausland zu gehen, war es für uns nicht einmal der Rede wert, darüber ernsthaft nachzudenken, weil Deutschland für uns der Wunschlos-Glücklich- Standort ist.

VDI: In diesem Zusammenhang kam auch der TÜV SÜD ins Spiel, der sich Ihren Ausführungen zufolge als stiller Partner entpuppt hat. Wie dürfen wir das verstehen?

Julian Trummer: Der TÜV SÜD hat sich auf unserem Weg als sehr kooperativ und vor allem förderlich erwiesen. Denn als wir Zulassungsstellen auf der ganzen Welt kontaktiert haben, unter anderem in Südkorea, wo wir mit erheblichen Hürden gerechnet hatten, war auf einmal alles ganz unkompliziert.

Man empfahl uns, unser Produkt ganz einfach vom TÜV SÜD zertifizieren zu lassen. Und wenn der TÜV SÜD nichts daran auszusetzen habe, dann würde man uns auch vor Ort keine Probleme bereiten.

Darüber haben wir erstmals deutlich zu spüren bekommen, was für ein hohes Ansehen der TÜV SÜD und allgemein die deutsche Ingenieurskunst auf der Welt genießen. Uns hat das bei unserem Projekt sehr geholfen.

Zum ausgezeichneten Start-Up

Julian Trummer und Wolfram Meiner betreiben die Firma Levaru. Mit Ihrer Arbeit am Lehrstuhl für Baurealisierung und Baurobotik der Architekturfakultät der TU München bei Prof. Dr. Thomas Bock „Roboter für das Adjustieren von Aufzugsführungsschienen“ wurden sie am 16. November als eines von zwei Start-Ups mit dem VDI Preis 2018 ausgezeichnet.

Das Einstellen von Führungsschienen in Aufzugsschächten ist für die Monteure sehr gefährlich, außerdem langwierig und schwierig, denn schon Ungenauigkeiten von weniger als einem Millimeter führen zu Schütteln und Knarzen während der Fahrt.

Der Roboter – auf dem Dach der Aufzugskabine fixiert – übernimmt die auf 0,2 mm genaue Feinjustierung der vorinstallierten fünf Meter langen Segmente der Führungsschiene. Neben der Lohnkostenersparnis bietet der Roboter Qualitätsgarantie, Zeitersparnis und Sicherheitsgewinn.