Ergebnisse der Modularisierungsstudie 2018

Wer seine Produkte modularisiert, senkt Kosten und steigert die Umsätze: In Zahlen belegt dies die Modularisierungsstudie 2018 von ID-Consult, unterstützt vom VDI.

Die Ergebnisse der Studie wurden während der Fachkonferenz Winning Products am 25. Oktober vorgestellt. Im Rahmen der Veranstaltung in der Gaszählerwerkstatt München wurden auch die Preisträger der diesjährigen Studie ausgezeichnet.

Die drei Top-Modularisierer könnten kaum unterschiedlicher sein

Mit thyssenkrupp Industrial Solutions, Voith Paper und dem Schweizer Unternehmen V-Zug bildeten ein Unternehmen aus dem Großanlagenbau, ein Maschinenbauer und ein Hersteller von Küchengeräten das Spitzentrio.

Die Verleihung des Modularisation Readiness Awards wurde von der stellvertretenden Vorsitzenden des VDI Bezirksvereins München, Ober- und Niederbayern, Christa Holzenkamp durchgeführt, unterstützt von den Geschäftsführern von ID-Consult, Dr. Jan Göpfert und Dr. Gerhard Tretow.

Der rote Faden bei Vorträgen und Diskussion: Es scheint kaum ein Produktportfolio zu geben, das nicht durch Modularisierung zu optimieren ist. Scheinbar sind gerade die Unternehmen dabei besonders erfolgreich, bei denen man es aufgrund ihrer individuellen oder besonders komplexen Produkte nicht vermuten würde: thyssenkrupp Industrial Solutions (tkis) entwickelt Chemiegroßanlagen für die Düngemittelproduktion.

Nach dem Baukastenprinzip

Auch wenn jede Anlage ein Unikat darstellt, konnte mit dem Projekt Pre-Configured Plant Concept der Wiederverwendungsgrad über Produktlinien hinweg deutlich gesteigert werden. Der Schlüssel: Statt anlagenspezifischer Lösungen nutzt tkis nun einen stetig wachsenden Baukasten von "cross-technology" Modulen, mit denen vergleichbare Aufgaben (etwa die Wasseraufbereitung) mit einer einzigen technischen Lösung umgesetzt werden kann.

Der zweite Preisträger, Papiermaschinenhersteller Voith, bewegt sich in einem besonders herausfordernden Marktumfeld: Die zunehmende Digitalisierung der Medien sorgt für ein sinkendes Marktvolumen bei Papiermaschinen und eine damit einhergehende Preiserosion. Dennoch gelingt es Voith Paper, sich in diesem Umfeld zu behaupten.

Voith konnte durch stringente Modularisierung der Standardisierungs- und Wiederverwendungsgrad erhöhen und dabei Kosten senken, ohne Wettbewerbsvorteile zu verspielen. Ein konsequenter Ansatz sorgt für Standardisierung bei Teilen und Komponenten und Modularisierung der Maschinen bis hinunter in die einzelnen funktionalen Einheiten.

Eine gute Basis will methodisch stets durchdacht sein

Plattformmanagement ist für den Schweizer Haushaltsgerätehersteller V-Zug der Hebel, um die Zahl möglicher Varianten und Optionen, die für die Integration von Geräten in moderne Designerküchen benötigt werden, zu beherrschen.

Eine methodische Arbeitsweise sorgt bereits in der frühen Entwicklungsphase für Transparenz und hohe Entscheidungsqualität. Optimierte Produktarchitekturen bilden dann die Grundlage für die Systeme der Produktentwicklung und der Fertigung.

VDI-Mitglieder profitierten auch in diesem Jahr wieder von einer reduzierten Teilnahmegebühr für die Fachkonferenz.

Preisträger: Preisverleihung des Modularization Readiness Awards 2018. V.l.n.r: Dr. Jan Göpfert, ID-Consult, Christa Holzenkamp, VDI München, Helmut Maier, Voith Paper, Roy Keller, V-Zug, Dr. Tarek El-Hawary, thyssenkrupp, Dr. Gerhard Tretow, ID-Consult. Bilder ID-Consult