28 Mär 2018

VDI stiftet Jugend forscht Preis

Ausgezeichnet wurden die jungen Forscher am 22. März für ihre naturwissenschaftlich-technischen Projekte im Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München.

Elf Sieger gingen aus dem diesjährigen Landeswettbewerb Jugend forscht Bayern hervor.  Ausgezeichnet wurden die jungen Forscher am 22. März für ihre naturwissenschaftlich-technischen Projekte im Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München. Einen passenderen Rahmen hätte es für diese Veranstaltung kaum geben können. Denn die frisch gekürten Nachwuchsforscher von heute stellten ihre Ideen für die Wissenschaft von morgen zwischen den Auto- und Fortbewegungsmitteln von damals vor.

Wichtig für alle Teilnehmer war es, dass sich ihr Projekt einem der sieben Fachgebiete zuordnen lässt: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik / Informatik, Physik oder Technik. Besonders beeindruckt war die gesamte Jury aller Fachgebiete, die 30 Personen umfasst, von der motivierenden Atmosphäre des Wettbewerbs: „Neben dem fachlichen Input ist es das „Jugend forscht-Fieber“, das den Wettbewerb ausmacht“, so Dr. Monika Christl, Leiterin des Landeswettbewerbs. Der VDI Landesverband Bayern stellte im Fachgebiet Technik mit Dr.-Ing. Sophie Hippmann ein Mitglied dieser fünfköpfigen Jury. Drei Tage beleuchteten die Fachjuroren aus Wissenschaft und Industrie die Arbeiten der Teilnehmer ausgiebig, um die pfiffigsten Ideen und innovativsten Ansätze herauszufinden.

Zum achten Mal in Folge ist Bayern 2018 das Bundesland mit den meisten Anmeldungen: Fast 2000 Kinder und Jugendliche hatten sich für die Regionalwettbewerbe registriert. Technik war der Favorit unter den Fachgebieten mit 24 % der bayerischen Anmeldungen, gefolgt von Biologie (18%) und Chemie (17 %).

Die Preise für das Fachgebiet Technik werden vom Verein Deutscher Ingenieure e.V. gestiftet. Aus diesem Grund freut es den VDI Landesverbandsvorsitzenden Prof. Dr. Johannes Fottner ganz besonders, dass in diesem Jahr gleich zwei erste, zwei zweite und ein dritter Platz in dieser Kategorie prämiert worden sind.

So sehen Sieger aus

Mit seiner selbstentwickelten „Materialprüfanlage für Elastomere“ hat Noah Dormann aus Nußdorf die Juroren von seinem Projekt überzeugt und belegt einen der beiden ersten Plätze. Der 16-jährige Schüler vom Chiemgau-Gymnasium Traunstein hatte eine „Gummi-Testanlage“ gebastelt, um dem Zusammenhang zwischen Zugkraft und Drehmoment des Gummis auf den Grund gehen zu können, indem er schrittweise durch geschickte Auswahl und Variation der Versuchsparameter einzelne Phänomene isoliert untersucht hatte. Ein Ziel für den Preisträger ist es, mit seiner Prüfanlage eine eigene mathematisch/empirische Beschreibung des Gummis erarbeiten zu können.

Einen weiteren ersten Platz belegten Jonathan Fulcher aus Würzburg und Luis Kleinwort aus Zell am Main, die gemeinsam mit Ihrem Thema: „PointCopter – Eine innovative QuadroCopter Steuerung“ die Jury überzeugt hatten. Die Vision beider Schüler des Wirsberg Gymnasiums Würzburg war es, einen QuadroCopter einhändig – einzig und allein mit einem Stab – steuern zu können. Prof. Dr. Wolfgang Heckl Generaldirektor des Deutschen Museums fragte sich während der Gesprächsrunde des Festakts ungläubig aber auch anerkennend: „Wer hat denn diesen beiden „Harry Potters unserer Neuzeit“ bei der Umsetzung der Idee geholfen? Für mich es immer noch unfassbar, dass zwei Jungs im Alter von 15 Jahren so einen Zauberstab entwickeln!“ 

Den zweiten Platz im Fachgebiet Technik gewann der 17-jährige Michael Mayerhofer aus Ortenburg. Mit seinem Projekt „HC² - Highly Configurable HomeControl“ hatte er sich zum Ziel gesetzt, zahlreiche Funktionen der Haustechnik im eigenen Zuhause digital zu steuern und zu überwachen. Dabei programmierte er ein System, mit dem er in der Lage ist, mit Hilfe von Raspberry Pi´s Lichter zu schalten, LED-Streifen zu dimmen, Thermostate einzustellen, Sensoren auszulesen und vieles mehr. Zusätzlich zum zweiten Platz erhält der Schüler des Gymnasiums Vilshofen den Sonderpreis „JugendUnternimmt summer school“, der zur Teilnahme an einem einwöchigen Seminar berechtigt. Hier präsentieren die Jungforscher ihre Projekte und ihre während der „summer school“ entwickelte Geschäftsidee.

Den zweiten zweiten Platz im Fachgebiet Technik erhält Christoph Kiener. Mit seinem Projekt „Restauration eines Moving Head“ beeindruckte der 18-jährige Jungforscher vom Goethe-Gymnasium Regensburg die Jury. Ziel war es einen defekten Multifunktionsscheinwerfer aus der Veranstaltungstechnik so zu reparieren, dass dieser technisch auf den neuesten Stand der Technik gebracht worden ist. Des Weiteren erhält er den Sonderpreis JufoDay@Google, der zur Teilnahme an einem eintägigen Workshop im Google Office in München berechtigt.

Den dritten Platz im Fachgebiet Technik erreichte Leopold Landbrecht aus Oberding. Der 17-jährige Schüler vom Korbinian-Aigner-Gymnasium Erding überzeugte die Jury für sein Projekt „Wasserkocher 2.0“. Viele kennen das Problem, man möchte eine Tasse Tee zubereiten und muss zu viel Wasser in den heutigen Wasserkochern dafür erhitzen. Kurzerhand entwickelte er seinen Wasserkocher 2.0 der die Vorteile des heutigen Wasserkochers und eines Tauchsieders vereint. Somit kann er kleine Mengen von Wasser beispielsweise in einer Tasse erhitzen.

Allen Siegern aber auch allen Teilnehmern zollt Prof. Dr. Johannes Fottner seinen großen Respekt für ihre tollen Arbeiten und Ideen, die sicher einmal die Wissenschaft von morgen prägen könnten. Weiter wünscht er den Erstplatzierten aller Fachgebiete viel Erfolg beim diesjährigen Bundeswettbewerb Ende Mai in Darmstatt, für den sie sich qualifiziert haben.

Mit Dr. Christiane Heinicke als eine Preisträgerin von Jugend forscht in Bayern 2006 wurde der Bogen zur heutigen Tätigkeit von ehemaligen Jungforschern gespannt. Sehr eindrucksvoll berichtet Sie in ihrem Festvortrag vom NASA-Forschungsprojekt „Die Außerirdische-WG – Ein Jahr Leben und Forschen auf dem simulierten Mars“. Mit ihr beteiligten sich fünf weitere Wissenschaftler an dem Projekt, um in einem Habitat mit elf Metern Durchmesser mitten auf einem Vulkan auf Hawaii zu wohnen. In dieser „marsähnlichen“ Umgebung in der HI-SEAS-Station simulierte die Physikerin, als einzige deutsche Teilnehmerin, mit ihren Kollegen das Zusammenleben und Arbeiten auf dem roten Planeten.

Weitergehende Informationen zum Wettbewerb und allen Preisträgern Jugend forscht 2018 finden Interessierte über nachfolgenden Link.

pfr