„In München ist immer was los“ – selbst bei Minusgraden

Tiefsttemperaturen von bis zu -14 Grad Celsius konnten der diesjährigen Mitgliederversammlung, die am 27. Februar im TÜV Süd stattfand, nichts anhaben. Im gut gefüllten Chiemseesaal stellte der Vorsitzende Prof. Peter Pfeffer den Tätigkeitsbericht für das Jahr 2017 vor. Reibungslos wurden der Vorstand entlastet, Haushalt und Jahresabschluss genehmigt und die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands durch die Mitgliederversammlung bestätigt.

Geehrt wurden auch in diesem Jahr Mitglieder mit außerordentlichem Engagement

Der Vorstand zeichnete in diesem Jahr den Arbeitskreisleiter für Energietechnik Dipl.-Ing. Wolfgang Berger für sein vielfältiges Engagement im Bezirksverein mit der Ehrenplakette aus: Im Arbeitskreis Studenten und Jungingenieure sowie im Arbeitskreis Energietechnik beziehungsweise in der Redaktion der Mitgliederzeitschrift „Technik in Bayern“ engagiert er sich höchst erfolgreich. Jährlich sorgt er für eine gut besuchte und geschätzte Veranstaltungsreihe zu Themen aus dem Bereich Energie- und Umwelttechnik. Nicht zuletzt gelingt es ihm, die neuen Mitglieder beim Begrüßungsfrühshoppen anzusprechen, zu motivieren und einzubinden.

Ebenfalls mit der Ehrenplakette des VDI ausgezeichnet wurde Dipl.-Ing. (FH) Philip Lederer für seine engagierte Leistung als Leiter des Arbeitskreises Studenten und Jungingenieure in der Bezirksgruppe (BG) Rosenheim und für seinen Einsatz für die gesamte BG bei der Zusammenstellung eines vielfältig interessanten Veranstaltungsprogramms mit zahlreichen Exkursionen, Stammtischen zur Vernetzung und Vorträgen.

Die Ehrenmedaille des VDI erhielt Ing. (grad.) Peter Baier für seine außerordentlichen Verdienste für den Arbeitskreis Technikgeschichte. Als Leiter dieses Arbeitskreises, in dem er bereits seit 14 Jahren aktiv mitarbeitet, gelingt es ihm in exzellenter Weise, zahlreiche Veranstaltungen vorzubereiten und durchzuführen, die stets auf eine enorm große Resonanz und Begeisterung bei den Teilnehmern stoßen.

Auch langjährige Förderfirmen wurden ausgezeichnet

Für ihre langjährige Treue würdigte Prof. Pfeffer auch in diesem Jahr einige Förderfirmen. Von der OSRAM GmbH nahm Frank Hohn die Urkunde für 60 Jahre Mitgliedschaft entgehen. Ebenfalls für das 60-jährige Jubiläum wurde Nicolas Dam von der PARI GmbH eine Auszeichnung überreicht. Vorstandsmitglied Peter Hotka nahm die Urkunde für 65 Jahre Förderung des VDI durch die TÜV SÜD AG entgegen.

Gruppenbild mit den Repräsentanten der geehrten Förderfirmen. Vorstandsmitglied Dr. Jan Göpfert, Peter Hotka, Frank Hohn, Nicolas Dam und Peter Pfeffer (v.l.n.r.)
Gruppenbild mit den Repräsentanten der geehrten Förderfirmen. Vorstandsmitglied Dr. Jan Göpfert, Peter Hotka, Frank Hohn, Nicolas Dam und Peter Pfeffer (v.l.n.r.)

Festvortrag über die Weltstadt mit Herz

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Mitgliederversammlung sprach Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid in einem Festvortrag zum Thema Mobilität und Infrastruktur in München, der Weltstadt mit Herz.

Im Vergleich zu vielen Regionen in Deutschland, in denen Städte und Kommunen mit Abwanderung und Wohnungsrückbau zu kämpfen haben, sehe sich München, so Schmid, seit Jahren mit gegenteiligen Problemen konfrontiert.

Zuzugsraten von jährlich 20.000 bis 30.000 Menschen und eine steigende Geburtenrate, damit verbunden allerdings eine regelrechte Wohnungskrise und ein Preisanstieg bei Wohnimmobilien, bildeten seit Jahren die größten Herausforderungen. Diesen versuche die Stadt München mit Mittelzuweisungen wie etwa 860 Mio. Euro über fünf Jahre für Wohnungsbau oder der Erhöhung des Eigenkapitals für die städtischen Wohnungsbaugesellschaften auf 200 Mio. Euro, Herr zu werden.

Ein Blick auf Infrastruktur und Mobilität in München

Wer an dieser Stelle damit rechnete, Schmid würde im Maßnahmenrepertoire der Stadt Musterlösungen sehen, lag falsch. Denn die anhaltende Preisspirale sei Schmid zufolge nicht mit den Mitteln der Politik umzukehren.

Die aktuellen Maßnahmen im Bereich Infrastruktur und Mobilität, die er ins Feld führte, sollen zeigen, dass einiges getan wird, um die Menschen, die aktuell in München leben, auch in München zu halten. Von besonderem Interesse sei, Gewerbeflächen vor allem für kleinere und mittelständische Handwerksbetriebe zu schaffen.

Auch der Bau von Schulen und anderen sozialen Einrichtungen sei essenziell, um dem Zuwachs der Stadt gerecht zu werden. In Sachen individuelle Mobilität und öffentlicher Nahverkehr gewährte Schmid Einblicke in den geplanten Umstieg auf E-Busse und in die Planung um den Streckenausbau des Münchner U-Bahn- und Straßenbahnnetzes.

Kontrollieren, Steuern, Nachbessern

Der Vortrag entpuppte sich als kurzweiliger Streifzug durch Münchens infrastrukturelle Planung. Im Detail lässt sich diese auf den Internetseiten der Stadt München nachlesen. Die anschließende Fragerunde, die sich aufgrund der zahlreichen Wortmeldungen zu einem bunten Strauß an Denkanstößen entwickelte, berührte Fragen, die einmal mehr deutlich machen, wie existenziell das Thema Städteplanung in einer Stadt wie München ist.

Neben Fragen zum Pflegenotstand in Kliniken, zum Ausbau der Fahrradwege oder der Kostenplanung städtischer Bauprojekte, fiel ein Appell aus dem Plenum auf, man müsse darüber nachdenken, den Zuzug nach München schlichtweg zu stoppen. Damit sei laut Schmid jedoch die Frage der Freizügigkeit auf dem Plan, jenem verfassungsrechtlichem Gut, das natürlich nicht auf den Prüfstand gestellt werden könne. Seine Maßgabe lautete hingegen: Kontrollieren, Steuern, Nachbessern.

Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid mit Peter Pfeffer nach seinem Festvortrag. Bild: VDI, Silvia Stettmayer
Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid mit Peter Pfeffer nach seinem Festvortrag. Bild: VDI, Silvia Stettmayer