„Wir wollen die Ingenieure von Morgen begeistern“ – Der SuJ auf Bayerns größter MINT-Schülermesse

Kurz vor dem Schulabschluss stellt sich eine der wichtigsten Fragen im Leben – welcher Berufsweg ist der richtige? Wäre ein Job im MINT-Bereich eine Option und welche Ausbildungs- oder Studienmöglichkeiten gibt es überhaupt? 

Doch auch wenn bereits ein Bereich in der engeren Auswahl ist, zahlreiche Angebote bereits durchforstet sind und die Pläne wie ein bunter Strauß an Möglichkeiten auf dem Tisch liegen, gilt es, genau abzuwägen. Da kann es hilfreich sein, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die sich erst vor kurzem mit genau den gleichen Fragen beschäftigt haben.  

Zahlreiche Schüler und Interessierte nutzten diese Gelegenheit am 6. Juli in München auf der größten MINT-Schülermesse Bayerns. Am Stand des VDI BV München konnten sie direkt mit Vertretern der Münchner Studenten und Jungingenieure (SuJ) sprechen. Interesse und Andrang waren groß. In rund 200 Einzelgesprächen standen Maximilian Listl, Florian Meindl, Florian Keller und Tobias Schindler den gesamten Messe-Tag über Rede und Antwort.

Die Frage nach einem ersten Stimmungsbild, wie es um das Interesse der Ingenieure von Morgen bestellt sei, erübrigte sich prompt, als die VDI-Redaktion feststellte, dass es gar nicht so leicht ist, für ein Bild alle SuJ-Vertreter gleichzeitig für ein Foto zusammenzutrommeln – zu schnell wurden sie in immer neue Gespräche verwickelt. Und auch wir haben die Gelegenheit genutzt, um bei Florian Keller, dem Marketing-Koordinator der SuJ-München, ein persönliches Stimmungsbild zu erfragen. 

Münchens SuJ in Aktion. Arbeitskreisleiter Tobias Schindler mit Maximilan Listl und Florian Keller (v.l.) am VDI-Stand.

VDI: Wie ist der Tag hier auf der Schülermesse IT & Technik bisher?

Florian Keller: Sehr viel Andrang. Ich muss schon sagen, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass so viele Leute auf uns zukommen. Natürlich schauen auch viele erst einmal nach Werbegeschenken, ganz klar. Wenn man dann aber mit den Schülern ins Gespräch kommt, sie etwa fragt, was sie beruflich werden wollen, dann kommt häufig, das sei noch nicht so sicher – vielleicht etwas mit Technik. Das ist dann der Punkt, an dem wir versuchen, die Jugendlichen abzuholen, ihr Interesse zu wecken. Dann erklären wir, was man als Ingenieur alles machen kann. Viele wissen gar nicht, was ein Ingenieur überhaupt macht, was er bewegen kann, welche Fächer es gibt. Man muss also erst einmal herausfinden, auf welchem Wissensstand ein Schüler ist und dann versuchen, den Part des eigenen Wissens und der eigenen Erfahrung möglichst beispielhaft weiterzugeben.

Wir vom VDI sind ja eine Vereinigung, in der wir uns mit ähnlichen Interessen und Hintergründen austauschen wollen. Im heutigen Fall bieten wir eine Plattform und damit die Möglichkeit, sich bei Studenten und Jungingenieuren – sozusagen First Hand – zu informieren. Denn noch vor wenigen Jahren waren wir in einer ähnlichen Situation. Bei uns sind die Erfahrungen, wie man am besten vorgeht, auf was man bei der Studienwahl besser achten sollte, noch ganz frisch. 

An diesem Tag stand alles im Zeichen der IT von Morgen.

VDI: Welches Zwischenfazit ziehst Du aus diesem Tag?

Florian Keller: Eine tolle Sache. Machen wir nächstes Jahr auf jeden Fall wieder. Auch mir persönlich wird in den Gesprächen klar, was ich schon alles gemacht habe und ich stelle fest, dass es mir wirklich Spaß macht, meine Erfahrungen weiterzugeben. Der Gedanke, ich könnte einen Teil meiner Begeisterung für den Ingenieurberuf hier und heute weitergeben kann, gefällt mir. Ich will meine positiven Erfahrungen gerne an die nächste Generation der Ingenieure weitergeben. Und vielleicht sind ja auch ein paar Ingenieurinnen dabei. Denn hier waren heute doch auch einige Mädels am Stand und vielleicht können wir sie auch für den Ingenieurberuf gewinnen.

Ein Wort noch zu den Werbegeschenken von vorhin. Die sind ja allesamt mit einem deutlichen VDI-Logo versehen. Vielleicht bleibt auch das bei dem einen oder anderen im Gedächtnis und irgendwann klingelt etwas: Ach, da war doch der VDI. Vielleicht folgt ein Besuch der Webseite oder man schaut bei einem Event vorbei. Und bestenfalls haben wir dann bei unseren Stammtischen der SuJ neue Gesichter. Der persönliche Kontakt ist doch das A und O.

Florian Meindl (links) und Florian Keller im Tandem auf der Schülermesse.

VDI: Was ist Deine persönliche Motivation, das hier zu machen? 

Florian Keller: Wir von der SuJ verfolgen hier keine finanziellen Interessen. Wir wollen unsere Begeisterung für den Ingenieurberuf und den VDI weitergeben. Bei den SuJ sind wir immer auf der Suche nach neuen Mitstreitern. Wir gehen auf die Menschen zu, weil wir den Austausch hochhalten und die Besucher hier wohl merken, dass wir vergleichsweise frisch in der Studien- und Berufswelt Fuß gefasst haben. Das ist vielleicht auch ein Hauptgrund, warum bei uns am Stand so viele hängen bleiben. 

VDI: Und welche Fächer studierst Du oder hast Du studiert?

Florian Keller: Ich habe 2011 mit Maschinenwesen angefangen und arbeite gerade an meiner Masterarbeit. Ich habe also einige Semester studiert und konnte aus unterschiedlichsten Studieninhalten wählen – im Grunde aus dem ganzen Spektrum der Technischen Universität München. Während dieser Zeit war ich auch im Ausland und habe dort verschiedene Praktika absolviert. Ab April nächsten Jahres fange ich bei einer mitteständischen Ingenieursfirma im Bereich Safety an. Ich wollte mich zum jetzigen Zeitpunkt nur ungern auf eine Fachrichtung festlegen, weshalb ich mich für einen Arbeitgeber entschieden habe, bei dem ich die Möglichkeit habe, projektweise in verschiedene Bereiche zu schauen. Ich freue mich darauf. 

Zwischen zahlreichen Vorträgen war an diesem Tag allerorts das Raunen angeregter Unterhaltungen zu hören.